, Seliner Patrick

Wirtschaftsforum Graubünden - Zweitheimische und Wohnungsknappheit

An der Jahresversammlung der IG Zweitheimische GR hat Peder Plaz vom Wirtschaftsforum Graubünden zu "Zweitheimische im Spannungsfeld von Integration + Wohnraumknappheit" gesprochen. Die wichtigsten Präsentationsinformationen gerne im nachfolgenden Bericht wie z.B., dass in Laax in den letzten 6 Jahren die Erstwohnungen relevant zugenommen haben und die Zweitwohnungen zurückgegangen sind und somit keine Verdrängung stattfand.

Aktuell liest man häufig - nicht nur, aber insbesondere in der Boulevardpresse - die Aussage "Zweitheimsiche verdrängen Einheimische - Erstwohnungen werden zu Zweitwohnungen". Das Wirtschaftsforum Graubünden (wirtschaftsforum-gr.ch) hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und im August 2023 einen Bericht zum Erstwohnungsbedarf erstellt: https://www.wirtschaftsforum-gr.ch/DE/projekte/352.html

Von der Präsentation vom 20. November 2023 gerne die wichtigsten Aussagen gemäss diesem Link / Präsentationsauszug.

a) ausserhalb der Pendlereinzugsgebiete hat die Bevölkerung abgenommen; ebenfalls die aktive Bevölkerung (20-64jährig) 

b) die Beschäftigung hat sich in vielen Gemeinden stärker entwickelt als die Bevölkerung - was einen Erstwohnungsbedarf auslöst

c)  das Zweitwohnungsgesetz kann eine Verdrängung von Erstwohnungen auslösen; jedoch lässt sich diese Aussage nicht verallgemeinern: bei 24 Gemeinden sei dies statistisch möglich (primär Tourismusgemeinden) / bei 49 Gemeinden haben sowohl  Erst- wie Zweitwohnungen zugenommen (z.B. Flims, Falera, Schluein, Sagogn) / in 28 Gemeinden haben Erstwohnungen zugenommen und Zweitwohnungen abgenommen - auch hier sind Tourismusgemeinden aufgeführt. Lokales Beispiel = Laax

d) in der Schlussfolie ist auch enthalten, dass eine Gemeinde primär die Wohnattraktivität verbessern muss inkl. konkreten Empfehlungen vom Wirtschafsforum. Letztere können auch Einfluss auf altrechtliche Wohnungen haben und betreffen somit Einheimische wie Zweitheimische.

Aus unser Sicht ist wichtig, dass - wie in dieser Studie festgestellt - nicht generell die Ferienwohnungen den Auslöser für die Wohnungsknappheit darstellen - sondern insbesondere Demographie und Beschäftigung/Pendlerströme. Und dass in unserer Region sowohl die Anzahl von Erst- und Zweitwohnungen angewachsen sind bzw. teilweise sogar mehr Erstwohnungen als Zweitwohnungen.