, Seliner Patrick

Einsprachen-Thematik

Aktuell ist in den Medien viel über Wohnungsknappheit und Einsprachen-Thematik zu lesen. Gerne ein paar Bemerkungen unsererseits.

Die Ursachen sind vielseitig und wir haben in einem Newsletterbeitrag Januar 2024 (IG Flims Laax Falera - Zweitwohnungseigentümer/-innen und Interessierte - 2024) auf die Studie des Wirtschaftsforum Graubünden hingewiesen. Diese Studie beinhaltet insbesondere:

a) grundsätzlich ist die Situation nicht im gesamten Kanton Graubünden vergleichbar; je nach Region sehr unterschiedlich
b) die Beschäftigung in den Gemeinden hat sich stärker als die Bevölkerung entwickelt d.h. neue Arbeitskräfte möchten in den entsprechenden Regionen auch wohnen und leben
c) der Einfluss der Zweitwohnungen ist je nach Gemeinde unterschiedlich. In unserer Region zeigen die Verhältniszahlen Erst-/Zweitwohnungen von 2017 bis 2023 je nach Gemeinde keine Verdrängung bzw. sogar einen Erstwohnungsgewinn auf.

Dennoch besteht schweizweit vielfach ein Wohnungsmangel und in Feriendestinationen verstärkt durch die Zweitwohnungsthematik. Deswegen handeln Gemeinden auch und investieren auf verschiedene Weise, um mehr Erstwohnungen zu schaffen. Dabei geht es logischerweise schlussendlich um Bauten mit entsprechenden Bewilligungsverfahren.

Aus unserer Erfahrung und in Gesprächen mit Ein- und weitheimischen in unserer Destination aber auch im Austausch mit anderen Interessengemeinschaften des Kantons gerne folgendes:

a) Einsprachen kommen zwangsläufig vielfach von Zweitheimischen. Beispielsweise sind in unserer Destination ein Grossteil der Wohnungen Zweitwohnungen und daher "mathematisch logisch" auch ein entsprechender Anteil von Einsprachen
b) Zweitwohnungen sind auch im Besitz von Einheimischen und können von solchen Bauten betroffen sein. D.h. Einheimische können manchmal auch im Konflikt sein, falls ihre Zweitwohnungen betroffen sind
c) Einsprachen sind legitim v.a. wenn sie sachlich formuliert und begründet sind
d) wir empfehlen vor einer Einsprache persönliche Gespräche mit der Bauherrschaft; so manches lässt sich so besser erklären und einfacher bereinigen, anstatt rechtlich dagegen vorzugehen

Insbesondere der letzte Punkt scheint manchmal vergessen zu gehen: sowohl seitens Bauherrschaft wie auch Nachbarn/Einsprecher. Dabei könnte - so die Ansicht über unsere Destination hinweg - so mancher zeit- und kostenaufwändige Schriftverkehr eingespart werden mit zugleich besserer Lösung für alle Involvierten. Unsere Empfehlung ist:  suchen Sie zuerst den persönlichen Kontakt und das Gespräch, bevor Sie eine Einsprache einreichen.